Mit COVID-19 infiziert – und dann?

Koblenzer Software-Unternehmen Qurasoft unterstützt größtes deutsches Forschungsprojekt zur COVID-19-Nachsorge

27.01.2021

Die Welt steckt mitten in einer Pandemie. Deutschland steht, wie die restlichen Nationen auch, vor einer großen Herausforderung: Steigende Infektionszahlen und damit verbundene Lock-Downs, die nicht überall Zuspruch finden. Und dabei steht uns ein vielleicht viel größeres Problem erst noch bevor: Denn wie verändert sich die Gesundheit und die Lebensqualität der Personen, die an COVID-19 erkrankt waren und wieder „genesen“ sind? Bereits jetzt ist klar, dass nach einer überstandenen Infizierung mit dem Virus mitunter erhebliche Gesundheitseinschränkungen zu erwarten sind.

Im Rahmen des größten deutschen COVID-19-Forschungsprojektes „EViPan“ (Entwicklung, Testung und Implementierung von regional adaptiven Versorgungsstrukturen und Prozessen für ein evidenzgeleitetes Pandemiemanagement koordiniert durch die Universitätsmedizin), unterstützt und gefördert durch das Bundesforschungsministerium, arbeiten unter der Leitung der Universitätskliniken in Dresden und Frankfurt 26 weitere Universitätsklinika und externe Institutionen in einem Forschungsverbund zusammen. Die Wissenschaftler, die sich u.a. aus den Top-Virologen und den renommiertesten Pneumologen Deutschlands zusammensetzen, sichten die regionalen, nationalen und internationalen Pandemiemanagementkonzepte und stimmen diese aufeinander ab. Deren Umsetzung wird mit wissenschaftlichen Methoden evaluiert und in einen Rahmenplan integriert.

Das Software-Unternehmen Qurasoft aus Koblenz ist eine der mitwirkenden Institutionen und unterstützt den digitalmedizinischen Teil „COVID-19@home“ des Forschungsprojektes als bundesweit exklusiver Software-Partner. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zur Prozessimplementierung App-basierter Telemedizin und des intersektoralen Einsatzes von medizinischen Fachkräften aussprechen zu können. Mit diesem Erkenntnisgewinn können übergreifende Steuerungsmöglichkeiten für die Pandemie innerhalb der Netzwerkpartner des Forschungsnetzwerkes COVID-19 und weiteren nationalen Versorgungsstrukturen, transferiert werden. Das 17-köpfige Team von Qurasoft entwickelt als Innovationsführer die Gesundheits-App „SaniQ“, die die Lebensqualität chronisch kranker Lungen- und Herzpatienten steigert und den Umgang mit den Krankheiten im Alltag erleichtert. Die behandelnden Ärzte unterstützt Qurasoft  mit einer webbasierten Plattform, „SaniQ Praxis“, die als Analyse-Software zur Behandlung chronischer Erkrankungen dient und als Schnittstelle zu ihren Patienten fungiert. Qurasoft arbeitet dabei intensiv mit Sensorik-Partnern aus ihrer Heimat-Region in Rheinland-Pfalz zusammen.

Die beiden Applikationen „SaniQ“ und „SaniQ Praxis“ werden innerhalb des Forschungsprojektes nun auch für die Nachsorge von COVID-19-Patienten eingesetzt und ermöglichen ein App-basiertes telemedizinisches Home-Monitoring. Patienten lassen die forschenden Wissenschaftler an ihrem Gesundheitszustand nach der Infektion mit dem Virus teilhaben. Mit individuell zur Verfügung gestellten Messgeräten, wie einem Pulsoximeter, Fieberthermometer, Blutdruckmessgerät, Aktivitätstracker und Peak-Flow-Meter, überwachen sie ihre Vitalparameter und tragen diese in die SaniQ-App ein. Auch plötzlich auftretende Symptome und Komplikationen sowie die Einnahme von Medikamenten werden hier dokumentiert und dem behandelnden Arzt automatisch zur Verfügung gestellt. Dieser kann anhand der Messwerte sehen, inwieweit die Therapie angepasst werden muss und kann schneller handeln, falls es zu einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf kommt. Die Software bietet zudem die Möglichkeit, dass Ärzte und Patienten in einem Chat miteinander kommunizieren können und wichtige Dokumente, wie Befunde und Laborergebnisse, verschlüsselt miteinander teilen können. Aus diesen gewonnenen Daten können wertvolle Erkenntnisse zu diesem bislang noch neuen Krankheitsbild zusammengeführt und für die Forschung bereitgestellt werden.

Qurasoft ermöglicht somit eine sektorübergreifende Versorgung: Sowohl das behandelnde Klinikum als auch der niedergelassene Arzt können auf eine Datenbasis zugreifen und haben dementsprechend dieselben Informationen zum jeweiligen Patienten vorliegen. Das erleichtert  einen gemeinsamen Austausch und eine Entscheidung bezüglich der weiteren Behandlung immens.

Die aus dem Forschungsprojekt resultierenden Ergebnisse werden Aufschluss über die tatsächliche Last geben können, die bereits an COVID-19 erkrankte Patienten über die akute Infektionszeit hinaus tragen müssen.